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ie meisten Menschen wünschen sich irgendwann im Leben, mit einem Partner glücklich zu sein. Sie sehnen sich nach der Zweisamkeit, nach der ehrlichen Liebe und ewigen Treue. Oft werden mentale Bilder entworfen, die den Weg hin zu einer glücklichen Partnerschaft ebnen sollen. Klappt es dann nicht mit dem Partner glücklich zu sein, ist die Verzweiflung groß. Liegt es an mir oder an dem anderen? Es wäre schön, Ihnen an dieser Stelle ein Patentrezept an die Hand geben zu können: Das ist der Weg zur garantiert glücklichen Partnerschaft. Doch er existiert nicht – und das ist gut so. Wir müssen unseren individuellen Weg mit unseren individuellen Partner finden. Dafür müssen wir bereit fürs Glück sein.

Individualität ist das Kernkriterium

Haben Sie das eine Paar in Ihrem Bekanntenkreis, bei dem Sie sich fragen, warum sie überhaupt zusammen sind. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Regelmäßig diskutieren sie hitzig über Urlaubsziele und die Restaurantwahl. Und das ist noch nicht alles. Während er Wirtschaftsprüfer in einer kleinen Kanzlei ist, ist sie Kunsttherapeutin in einer gemeinnützigen Einrichtung. So sehr Sie sich bemühen, Sie verstehen diese Partnerschaft nicht. Ganz ehrlich: Das müssen Sie auch gar nicht. Es ist die Partnerschaft Ihrer Bekannten. Bei ihnen scheint das Konzept „Gegensätze ziehen sich an” zu funktionieren.

Dieses Konzept ist allerdings keine Glücklichsein-Garantie für die Partnerschaft. Bei manchen Menschentypen funktioniert es und bei anderen nicht. Einige Menschen bevorzugen stattdessen Personen, die ihnen sehr ähnlich sind. Sie sehen, wo die Reise hingeht? Keine Partnerschaft ist gleich. Stets geht es um zwei Individuen, die sich gernhaben. Sie lieben nicht nur das Gefühl, geliebt zu werden, sondern wahrhaftig ihren Partner. Manchmal ist es gar nicht so leicht, dies voneinander zu unterscheiden.

Keine Macht den falschen Glaubenssätzen

Häufig stellen sich Menschen selbst ein Bein, wenn es um Partnerschaften geht. Sie haben sich unbewusst Vorurteile angeeignet, die es Ihnen nahezu unmöglich machen, einen freien Blick auf ein glückliches Zusammensein zu haben. Hier ein Beispiel:

  • Sybille ist leicht übergewichtig. Ihren ersten Freund Tom hatte sie mit 25 Jahren. Doch die Partnerschaft hielt nicht lange, da er fremd ging und es zur Trennung kam. Jetzt ist Sybille schon fünf Jahre Single und glaubt: „Wenn ich als Frau nicht dem körperlichen Idealbild entspreche, kann kein Mann mir treu sein.“ Diese Erfahrung hatte auch bereits ihre Mutter gemacht.
  • Sybilles Ex-Freund Tom wollte sich eigentlich gar nicht von ihr trennen. Für ihn war das Fremdgehen einfach nur ein Ausrutscher. Manchmal hatte er das Gefühl, dass ihn Sybille nicht hinreichend lieben würde. Erst am Abend seines Fehltritts hatte sie wieder einmal vergessen, seinen Lieblingskäse aus dem Supermarkt mitzubringen. Für Tom war dies ein Zeichen dafür, dass Sybille ihn nicht als Teil der Beziehung ernst nahm. Wären seine Gefühle für sie wichtig gewesen, hätte sie doch als Erstes an den Käse für ihn gedacht.

Ihnen erscheinen diese Beispiele trivial und weit hergeholt? Es gibt sie wirklich, die oft zitierte Zahnpastatube, an der eine Partnerschaft zerbricht. Jedoch steckt hinter der Tube mehr als in der Tube: nämlich die wirklichen Gründe. Sie haben oft ihren Ursprung in unseren Glaubenssätzen, die sich auch als Überzeugungen und Einstellungen umschreiben lassen.

Vielfach begründen sie sich in Erlebnissen aus der Kindheit oder Entscheidungen, die man unbewusst getroffen hat, um ein Problem zu lösen oder es zu verstehen.

Von diesem Moment an ist diese Entscheidung Ursache. In unserem Beispiel hat sich Sybille früh die Meinung gebildet, dass Männer fremdgehen, wenn ihre Partnerin nicht dem Schönheitsideal entspricht. Tom hingegen fehlt es an Urvertrauen. Er reagiert deswegen so emotional auf das Vergessen des Käses. Ihm fällt es sehr schwer, anderen zu vertrauen und sich selbst als liebenswert zu betrachten. Um dies auf den Prüfstand zu stellen, geht er fremd. Sowohl Sybille als auch Tom haben damit Glaubenssätze unterbewusst verinnerlicht, die eine glückliche Partnerschaft erschweren – für beide Seiten.

Kernaussage: Hinterfragen Sie sich sehr genau und überlegen Sie, ob Sie Glaubenssätze haben, die den Umgang mit Menschen und im Speziellen mit dem Partner verkomplizieren. Stehen Sie Ihrem Glück selbst im Wege?

Keine falschen Erwartungen

Ein Vorurteil besagt, dass Frauen ihren Partner in der Beziehung ändern möchten. Männer möchten hingegen haben, dass ihre Partnerin sich (körperlich) nicht ändert. Beide Varianten sind in großen Teilen unmöglich. Unser Körper verändert sich mit den Jahren, was natürlich nicht heißen muss, dass wir uns gehen lassen. Wir sollten uns keinen Partner aussuchen, den wir erst noch ändern möchten, bevor er wirklich passt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich beide nicht aufeinander einstellen müssen.

Grundsätzlich ist es wichtig, keine falschen Erwartungen zu haben. Wir sollten nicht in eine Person etwas hineinprojizieren, was gar nicht da ist. Nicht realisierbare Erwartungen machen nicht nur unseren Partner krank, sondern enttäuschen uns auch selbst. Sie sind quasi das Ticket in eine unglückliche Partnerschaft. Die erste Frage sollte von beiden Seiten immer lauten: Was kann ich selbst tun, um den anderen glücklich zu machen? Achtung: Hiermit ist nicht gemeint, dass Sie sich täglich verbiegen und Ihre Persönlichkeit untergraben. Sich um das Wohl des anderen zu kümmern, ist keine Einbahnstraße. Der andere muss das gleiche Bestreben haben.

Ehrlichkeit als Kernkriterium

Jede glückliche Partnerschaft beginnt bei einem selber. Warum? Nur wenn Sie sich selbst lieben und akzeptieren sowie ehrlich zu sich selbst sind, können Sie aufrichtig Liebe für eine glückliche Beziehung entwickeln. Dabei ist besonders wichtig, sich selbst kennenzulernen. Was tut mir gut? Was zeichnet mich aus? Was macht mich glücklich? Gleichzeitig sollten Sie offenbleiben. Vielleicht wussten Sie noch gar nicht, dass in Ihnen ein begnadeter Hobbykoch steckt. Ihr Partner kitzelt dies aus Ihnen heraus, da er selbst gerne kocht.

Wichtig: Sich mit dem Partner zu verändern, ist ein normaler Prozess und kein Zeichen von blinder Unterwürfigkeit. Achten Sie nur darauf, dass Sie mit dieser Veränderung aufrichtig glücklich sind.

Glücklich sein mit Partner: der andere tut einfach gut

Eine glückliche Partnerschaft ist keine Frage des Glücks: So heißt der Titel. Um dies zu erreichen, ist Arbeit an sich selbst und gemeinsam als Paar erforderlich. Selbstverständlich bedeutet eine glückliche Partnerschaft auch nicht, sich 365 Tagen auf Händen tragen zu lassen und 24 Stunden täglich im Glückstaumel zu sein. Glücklich sein mit dem Partner heißt, sich bei ihm wohlzufühlen. Dazu gehört in erster Linie Vertrauen. Der andere tut einfach gut und wir fühlen uns aufgehoben. Wer nach ein paar Jahren glücklicher Partnerschaft ein zwischenzeitliches Résumé zieht, der wird feststellen: Wir beiden holen das Beste auseinander heraus. Dieses Grundgefühl trägt nachhaltig zum partnerschaftlichen Glück bei und gibt der Beziehung einen neuen Grad an Bedeutung. Suchen Sie nicht verbissen das Glück, sondern kämpfen Sie für dieses. Oft liegt es bereits vor unseren Füßen, ohne dass wir es wahrnehmen.

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Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Publiziert am 
Jan 1, 2020
 in Katgorie
Beziehungen

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